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Initiationtour 2016

Datum: 
2. September 2016
Initiationtour

Erste Schritte zum Erwachsen sein ­– Initiation Tour 2016 In der Woche vom 4. bis 8. Juli traten 29 Schüler*innen der Ernst-Litfaß-Schule ein Abenteuer an, das es so noch nie gab am Oberstufenzentrum Mediengestaltung und Medientechnologie: Die ersten Schritte ins Erwachsen werden. Bepackt mit ca. 14kg Gepäck auf dem Rücken startete die Initiation Tour, unter der Leitung von Volker Krause, am Gesundbrunnen mit dem Ziel Rheinsberg, genauer die Jugendherberge in Prebelow.

Die Idee kam dem engagierten Sportlehrer bei seinen Beobachtungen während seines Unterrichts. Die Schüler*innen verhalten sich immer weniger verantwortungsvoll im Hinblick auf ihre eigene Bildungsbiografie, was sich vor allem in immer höher werdenden Fehlzeiten, mangelndem Sozialverhalten und leichtfertigem Umgang mit Sucht (Drogen, Zigaretten und auch Handynutzung) zeigt. Der Wunsch die Schüler*innen, fern ab des Unterrichts, auf das Erwachsen werden vorzubereiten und seine Schützlinge dabei zu unterstützen, was es bedeutet Erwachsen zu sein, reifte zu dem Gedanken, ein Konzept für eine Klassenfahrt zu erstellen.

Doch ist diese Fahrt alles andere als eine Klassenfahrt. Auf freiwilliger Basis bewerben sich die Schüler*innen auf diese Reise zu sich selbst, an ihre Grenzen. Die Erfahrung alleine zu sein, sich selbst auszuhalten lässt sich in der heutigen Realität der jungen Menschen kaum noch finden. Die permanente Verfügbarkeit von Reizen stört dabei das Innehalten und das Aushalten von Zweifel und Ängsten. Und eben diese Erfahrungen sollten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fahrt machen – nah bei sich sein.

Initiation – ein sperriger und abstrakter Name für den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen. Indigene Völker halten für diesen Übergang noch heute Rituale ab. Diese sind in der westlichen Welt nahezu verschwunden oder sind bedeutungsentleert. Ein heeres Ziel also, dass Krause ermutigt eben diesen Weg mit den Schüler*innen zu gehen. Dabei geht es darum sich Situationen auszusetzen, die jeden Einzelnen an seine individuelle Grenze bringt. Sei es die Viertelstunde allein in einem dunklen Raum (Bunker), der Bau eines Floßes, einer Seilbahn oder eines Niedrighochseilgartens oder, die Königsdisziplin, die große Solozeit – 24 Stunden allein im Wald.

In dieser Woche stellten sich die 29 Teamer*innen, eingeweihte Schüler*innen mit ersten Führungsaufgaben, und Teilnehmer*innen, bereit und unwissend was auf sie zukommt, den zahlreichen Aufgaben. Diese umfassten zum einen teambildende Aufgaben, wie z.B. das gemeinsame Geocaching, und eben die zwei kleinen Solozeiten und die große 24Std.-Solozeit. Angereichert mit vielen schönen und durchaus romantischen Momenten beim Feuerwerk und den tanzenden Lichtern auf dem See, fügte sich die Gruppe aus Schüler*innen aus unterschiedlichsten Klassen zu einer großen Gruppe mit einem hohen Maß an Hilfsbereitschaft, Willenskraft und Zusammenhalt. Nur aus dem Hintergrund agierten die Coaches Volker Krause, Felix Naumann und Fee Meusel, denn es galt die Selbstständigkeit und der herrschenden Erfindergeist der Gruppe zu fördern.

Am Freitag (15. Juli 2016) kamen alle Beteiligte mit ihren engsten Vertrauten zusammen und feierten gemeinsam diese Erfahrungen, das große Engagement und die Entwicklung, die bei jedem einzelnen angestoßen wurde. Der Film, ebenfalls aus Schülerhand, zeigte diese vielen großen und kleinen Momente, die diese Tour zu einem Highlight haben werden lassen. "Wir Coaches sind stolz auf euch!", sagte Volker Krause in seiner bewegenden Abschlussrede. Ausgezeichnet wurde jeder Schüler und jede Schülerin dabei mit dem Nachweis eines Bausteins des Kompetenznachweis Kultur, der ebenfalls eine offizielle Anerkennung der Leistungen der Schüler*innen bedeutet, vergeben durch Herrn Norbert Herzogenrath. "Kulturelle Bildungsarbeit fördert eine Vielzahl von Schlüsselkompetenzen: Kreativität, Teamgeist und Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen und Flexibilität, Organisationstalent und Improvisationsfähigkeit, um nur einige zu nennen.", so heißt es auf der Homepage des Kompetenznachweis Kultur. Diese haben die jungen Erwachsenen bewiesen.

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