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Lernen steht im Mittelpunkt - Schulprogramm 2011 der Ernst-Litfaß-Schule OSZ Druck- und Medientechnik

Inhalt

  1. Unser Profil
  2. Wo wir stehen
  3. Lernen steht im Mittelpunkt
  4. Leitmotive: Fachkompetenz – Teamorientierung – Eigenverantwortung - Nachhaltigkeit
  5. Rahmenbedingungen?
    • Bildungsgänge
    • Lernort
  6. Was haben die Auszubildenden zukünftig in ihren Berufen zu erwarten?
  7. Ausblick
  8. Chronik

1. Unser Profil

Die Druck- und Medienbranche ist für junge Menschen interessant, die Freude an der professionellen Gestaltung und der technischen Umsetzung von Medienprodukten haben. Wie in wenigen anderen Wirtschaftszweigen wird hier Tradition mit Hightech verbunden. Unsere Schüler/-innen sind kreativ und technisch interessiert.

Die Ernst-Litfaß-Schule ist das Kompetenzzentrum der Druck- und Medientechnik für die Region Berlin-Brandenburg. Berlin braucht junge Menschen mit einer guten Schul- und Berufsausbildung. Ausbildung und Lernen stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir erfüllen den Auftrag, dass unsere Schüler/-innen ihre Bildungsziele erreichen und eine zukunfts- und praxisorientierte Ausbildung erhalten, und stellen uns dieser Verantwortung. Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen die gleichen Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg in eine anspruchsvolle, sich ständig wandelnde Berufswelt bieten.
Das stellt hohe Ansprüche an die Qualität der Unterrichts- und Erziehungsarbeit, weshalb sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ernst-Litfaß-Schule dieser Herausforderung kompetent und engagiert stellen.

Unser Oberstufenzentrum vereint vier Bildungssegmente unter einem Dach: die Berufsqualifizierung, die Berufsausbildung, die Studienqualifizierung und die Weiterbildung. Dabei sichern wir die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung und verzahnen die Bildungsinhalte aller Schulformen der Oberstufe. Unsere Bildungsgänge qualifizieren die Schüler zu einer Bandbreite von Abschlüssen – von der Berufsbildungsreife bis zum Technikerabschluss.

Unsere Schule ist innovativ: Die Anwendung eines speziellen Fortbildungskonzeptes (Portfolio/Logbuch, Fortbildungskoordinatorin), das Blended Learning, Experimente mit dem SOL eine Methode schüleraktivierendem, selbstorganisiertem Lernens) sowie die Ausstattung jeder/s Schülerin/-s mit einem Notebook sind innovative Lehr- und Lernmodelle, die mit bewährten Konzepten der Unterrichtsgestaltung verbunden sind. Ein hohes fachliches und methodisches Niveau, eine bewusste Lernkultur und Teamorientierung sind Leitziele im Unterricht. Umweltschutz und ressourcenschonende Arbeitsweisen prägen den Schulalltag und werden als Wissensbestandteil vermittelt.

Unsere Schule lebt Demokratie und Integration. Chancengleichheit und Emanzipation für alle Schüler/-innen wollen wir verwirklichen. Unsere Arbeits- und Verwaltungsstrukturen ermöglichen gleichberechtigte, transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Zusammenarbeit und Entwicklung der Schule. Über die Grundlage des Schulgesetzes hinaus vermitteln öffentliche Schulleitungsrunden, offene Klassenräume sowie politische Stellungnahmen durch Ausstellungen (LINK Rest, GROLLMUS) demokratische Werte. Integration und demokratisches Miteinander vor allem in Europa sind Elemente der Förderung durch europäischen Kontakte: wechselseitige Besuche von Lehrer/-innen und Schüler/-innen aus Schweden, Polen, Tschechien und anderen Staaten der Europäischen Union.

Unsere Schule ist europäisch. Wir lassen unsere Schüler/-innen am europäischen Einigungsprozess Anteil nehmen und bereiten sie darauf vor. Über 150 junge Menschen der Ernst-Litfaß-Schule besuchen jährlich zehn europäische Länder, machen Praktika, lernen andere Lebens- und Arbeitsweisen kennen und freuen sich auf Gegenbesuche. Wir machen unsere jungen Berlinerinnen und Berliner fit für ihre Zukunft in einem europäischen Arbeitsmarkt.
Unsere Schule fördert Inklusion: Gehörlose sind gemeinsam mit anderen jungen Menschen aus aller Welt und jeder Herkunft im Schulalltag eingebunden und werden individuell gefördert.

Unsere Schule ist kooperativ. Kooperation bedeutet für uns Lebendigkeit: Austausch und Wachsen an gemeinsamen Aufgaben. Wir kooperieren mit den Sekundarschulen (Link), sind in der Region Nord eng vernetzt und laden auch Kinder aus Grundschulen und Kitas zum Kennenlernen unseres Angebots in Schnupperkursen ein. Wir kooperieren mit der Beuth-Hochschule und der Humboldt-Universität, mit Verbänden, Gewerkschaften, Bildungsträgern und Unternehmen im Wirtschaftsraum Berlin und Brandenburg.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Alle, die an unserer Arbeit und unserem Programm interessiert sind, sind eingeladen, sich an der Ernst-Litfaß-Schule über Chancen und Möglichkeiten an Ort und Stelle zu informieren.

2. Wo wir stehen

1.400 Schülerinnen und Schüler besuchen 2011 die Ernst-Litfaß-Schule. Ein Teil von ihnen besucht in der Berufsausbildung die Berufsschule (Mediengestalter Digital und Print, Medientechnologe Druck, Buchbinder, Medientechnologe Druckverarbeitung, Packmitteltechnologe, Medientechnologe Siebdruck, Geomatiker, Fotograf sowie das Berufsgrundbildungsjahr Druck- und Medientechnik. Die anderen Schüler/-innen absolvieren sog. Vollschulische Bildungsgänge: Berufsqualifizierung, einjährige Berufsfachschule sowie studienqualifizierende (Fachoberschule, Berufsoberschule, gymnasiale Oberstufe) und doppelqualifizierende Bildungsgänge: Technische Assistenten der Fachrichtungen Geovisualisierung bzw. Medientechnik. Als Weiterbildung bieten wir die Techniker-Fachschule Druck- und Medientechnik an.
Mit unseren Lernkonzepten verstehen wir uns als Wegbereiter für ein Lebenslanges Lernen in den Bereichen Berufsqualifizierung, Berufsausbildung, Studienqualifizierung und Weiterbildung.
Alle Schüler/-innen nehmen an Trainingstagen zu Beginn ihrer Ausbildung teil. Wir haben mehrere Pilotklassen, die das systemische Konzept des selbstorganisierten Lernens (SOL) umsetzen.

Wir unterstützen unsere Schüler/-innen durch viele Bausteine, ihre schulische und berufliche Laufbahn in die eigene Hand zu nehmen. Zu diesen Bausteinen gehören: Lernkonzepte, Übungsstunde, Trainingskonzept, OBF und Sprachförderung. Schon zu Beginn durchlaufen unsere Schüler/-innen ein Trainingskonzept, das über das erste Kennenlernen die Kommunikation in den Klassen steuert sowie das Lernen gestaltet. Methodenkenntnisse werden im Unterricht vermittelt.
Alle 11. Klassen führen ein halbes Jahr (100 Tage) ein Basistraining Lernen (Übungsstunde) durch, das Grundlagen im Wissen sowie in der Reflexion und Gestaltung des eigenen Lernprozesses legt: ein Lernraum für Schüler/-innen und Lehrer/-innen.
Durchgehend gibt es Lerntrainings für die einzelnen Schüler/-in, gemeinsam haben sie eine Klassenstunde, in der die Idee der Trainings begleitet durch Beratungslehrer weitergeführt wird.
Alle Prozesse werden aus der Sicht der Schüler/-in betrachtet: Was sie benötigen. Was ihnen hilft, um erfolgreich abzuschließen.

Unser Leitgedanke lautet:

Lernen steht im Mittelpunkt

3. LERNEN steht im Mittelpunkt

Die Ernst-Litfaß-Schule ist ein Kompetenzzentrum, das 80% der Lernenden aller Bildungsgänge zu einem höheren Abschluss führt. Damit nimmt sie im Vergleich zu anderen OSZ einen Spitzenplatz ein (siehe Abschlussliste).
Wir bieten mindestens viermal im Jahr verschiedene Fortbildungen für Schüler/-innen, Lehrkräfte und externe Interessierte an. Diese Angebote sind stets auf die aktuellen Änderungen der Arbeitsprozesse ausgerichtet.
Alle Schüler/-innen unserer Schule erhalten die Möglichkeit, ein eigenständiges Projekt Kulturelle Bildung umzusetzen sowie an einem europäischen Mobilitätsprojekt teilzunehmen.

Unsere beruflichen Schwerpunkte Druck- und Medientechnik sollen sich bei den Schüler/-innen, ihrem Lernalltag und den Unterrichtsinhalten abbilden: Alle Schüler/-innen durchlaufen an unserer Schule während ihrer Ausbildung wichtige Produktionsbereiche (Werkstätten) der Medienherstellung.
Unsere Schüler/-innen können an der Ernst-Litfaß-Schule viele zusätzliche Qualifikationen erwerben.
So nehmen pro Jahr ca. 150 Schüler/-innen an EU-Fahrten teil und gleichzeitig sind wir Gastgeber für EU-Gruppen mit mehr als 70 Schüler/-innen. Alle unsere BQ-Schüler/-innen nehmen an den Prüfungen zum europäischen Computerpass (ECP) teil.

Fachpraktische, künstlerische und sportliche Arbeitsgemeinschaften erweitern unser Angebot: Druck-AG, Maschinenkurs, Theater, Sport

Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter hat in der Schule einen eigenen Verantwortungsbereich. Für alle Angebote gibt es persönliche Ansprechpartner.

4. Unsere pädagogischen Leitmotive sind:

Fachkompetenz

Unter Fachkompetenz verstehen wir die Beherrschung der speziellen Praxis und Theorie des Berufsfeldes Druck- und Medientechnik sowie der Inhalte der allgemein bildenden Fächer (Mathematik, Deutsch und Englisch). Aufgaben und Handlungen sollen von den Schülern selbständig und eigenverantwortlich bewältigt werden. Zu diesem Zweck gibt es die Kann-Listen.
Die Fachkompetenz unserer Lehrkräfte sichern wir durch fortlaufende fachliche und methodisch-didaktische Fortbildungen (Fortbildungskonzept, Konzept Fachliche Fortbildungen, Informationspraktikum SLI 38 , Informationspraktikum SHM 39) Darüber hinaus ist die Ernst-Litfaß-Schule mit der bei uns vorhandenen modernen technischen Ausstattung im Werkstattbereich ein Partner für Demonstrationen und Schulungen der relevanten Technik. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Vertriebsfirmen dieser Technik und fördert den gegenseitigen Kompetenz- und Technologiezuwachs aller beteiligten Fachkräfte und Interessenten.
Auch für die Schüler/-innen der Berufsqualifizierung steht unser beruflicher Schwerpunkt im Mittelpunkt: Hier starten sie inhaltlich neu, hier haben wir ihnen etwas zu bieten!

Teamorientierung

Teamorientierung ist aus der Berufs- und Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Unsere Schüler/-innen erfahren in den Trainingstagen und den Klassenstunden, was dieser Aspekt bedeutet: Rollen und Aufgaben im Team, Beteiligung aller, gemeinsam Projekte gestalten (z.B. Projekt FtM/De, Projekt OFF, Projekt ZEL/RES, Projekt mit KIM), gemeinschaftlich Inhalte erarbeiten, sich an Regeln halten können, eigene Beiträge einbringen, anderen helfen durch gemeinsame Lerngruppen außerhalb der Unterrichtszeit (Mentorenprojekt), sich eine adressatengerechte Kommunikation erarbeiten. Alle Schüler/-innen der BQ, DQ und SQ an der Ernst-Litfaß-Schule erhalten im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Trainingstage eine Trainingseinheit „Teamentwicklung“. Diese Erfahrungen setzen sie im Unterricht um (u.a. bei Sport/Gesundheit).

Auch die Lehrkräfte arbeiten teamorientiert: Die Klassenlehrer/-innen der BQ-Lehrgänge treffen sich jede Woche mit der Sozialpädagogin zur Teambesprechung.
Alle Fachpraxislehrkräfte treffen sich wöchentlich, um gemeinsam Produktionsaufgaben sowie sämtliche organisatorischen Belange des fachpraktischen Unterrichts zu koordinieren.
Alle Lehrkräfte der dualen Klassen sind Lehrerteams zugeordnet, die gemeinsam die Verantwortung für den Unterricht übernehmen.
Diese Methoden sichern eine effektive Problembewältigung und führen zu einer emotionalen Entlastung.

Eigenverantwortung

Was heißt das? Eigenverantwortung bedeutet für uns die Möglichkeit, die Fähigkeit, die Bereitschaft und die Pflicht für das eigene Handeln, Reden und Unterlassen Verantwortung zu tragen. Für unsere Schüler/-innen bedeutet es selbständiges Lernen. Eigeninitiative und die Übernahme von Verantwortung stehen für unsere Lehrkräfte im Mittelpunkt ihres pädagogischen Handelns und ihrer Zusammenarbeit in der Schule. Wir übernehmen Verantwortung für den Bildungserfolg unserer Schüler/-innen.

Um die Lernfähigkeit der Schüler/-innen zu sichern, haben alle Vollzeit-Schüler eine Klassenstunde in der Woche. Dadurch werden sie sich ihrer Verantwortung für ihre körperliche und geistige Entwicklung bewusst – sie stärken ihre Selbstkompetenz.
Die Schüler/-innen übernehmen Verantwortung für ihren eigenen Lernerfolg, indem sie ihre Stärken und Schwächen analysieren. Bis zu den Herbstferien haben sie daraus mit Hilfestellung der Lehrkräfte einen persönlichen Bildungsplan/Lernplan aufgestellt.
Dabei helfen sich die Schüler/-innen gegenseitig: Schüler/-innen der Vollzeitklassen engagieren sich in ihren Lerngruppen für andere Schüler/-innen, indem sie ihnen beispielsweise regelmäßig Lernhilfe in den Schulräumen geben. (Mentorenprojekt, Sport/Gesundheit, Blended Learning)

Die Lehrkräfte sprechen mit allen Schüler/-innen einzeln und individuell über die Möglichkeiten, ihren Lernerfolg zu steigern. Die Lehrkräfte unterstützen, indem sie weitere Unterstützungsprozesse in Gang setzen.

Die größte Verantwortung für Arbeitsweise und Gesundheit tragen unsere Schüler/-innen und unsere Lehrkräfte selbst. Mit methodischer, effizienter Arbeitsweise und Angeboten zur Gesundheitsförderung wollen wir den häufig diskutierten Begleiterscheinungen intensiver Arbeit und beruflichen Leistungsdrucks wie Stress, Hetze, Hektik, gesundheitlichen Beschwerden und familiären Sorgen begegnen. (Fortbildungsangebote Arbeitsmethodik und Gesundheit)

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit heißt für uns: eine zukunftsfähige, soziale und ökologische Entwicklung zu lebenslangem Lernen. Alle Prozesse in dieser Schule sollen nachhaltige Wirkungen entfalten: Die Arbeitsmethoden, die die Lehrkräfte anwenden und die die Schüler/-innen erlernen, sind auf eine Umsetzbarkeit in der Zukunft gerichtet und sollen dort wirksam sein. Die Schüler/-innen reflektieren sich und ihre Kommunikation, so dass sie sich als Menschen kompetent in die Gesellschaft einbringen können und ihr Leben und Berufsleben aktiv gestalten.
Nachhaltiges Lernen bedeutet für uns: An unserer Schule erhalten die Schüler/-innen die Motivation für einen lebenslangen Lernprozess. Wir begeistern alle Schüler/-innen z.B. für Typografie und Gestaltung. Wir ermöglichen allen Schüler/-innen, die Dinge im Fach zu erkennen, von denen sie ein Berufsleben lang profitieren.
Unsere jährlichen Vorhaben werden in allen Bereichen mit Projektkarten geplant und gesteuert, im September kommuniziert sowie im Sommer ausgewertet: Wo stehen die Vorhaben, wie werden sie in den Alltag überführt? Diese Vorhaben sind die Motoren der Schulentwicklung.
Auch regelmäßiges Feiern (Gautschfest, 25-Jahr-Feier) gehört dazu: Alle fünf Jahre feiern wir ein großes Jubiläum (01.10.2013 – 30 Jahre OSZ Druck- und Medientechnik). Dazu laden wir Sie herzlich ein!

5. Rahmenbedingungen

a) Bildungsgänge: Link klicken

b) Lernort

Die Ernst-Litfaß-Schule umfasst 25 Klassenräume, 15 Werkstatträume für Fotografie, Medientechnik, Druck- und Weiterverarbeitung sowie Labore für Gestaltung, Kartographie und Geoinformatik.
Die Schule kann die gesamten Arbeitsabläufe der bei uns unterrichteten Gewerbe von der Idee bis zum Endprodukt realisieren. Auf über 4000 m² entwickeln wir Bildung im umfassenden Sinn – mit Ausbildung, Weiterbildung und als ein Ort für den fachlichen Austausch durch Workshops, Seminare und Angebote, die über das normale Schulverständnis hinausgehen.

Das Kollegium besteht aus mehr als 70 Lehrerinnen und Lehrern und 10 unterrichtsnahen Mitarbeitern. Wir sind eine junge Schule – das Durchschnittsalter der Lehrkräfte beträgt 43 Jahre. Wir haben einen hohen Anteil an Fachleuten aus Wirtschaft und Forschung: Kolleginnen und Kollegen, die vor Ihrer Lehrtätigkeit in Unternehmen, Fachhochschule, Universitäten und Ämtern Berufserfahrung gesammelt haben – eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Kreativität. Ohne diese Kolleg/-innen wäre eine solche Schule nicht denkbar.

Unser Einzugsgebiet geht weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Die zunehmende Verflechtung mit dem Umland bezieht die Region Brandenburg mit ein und führt zur Beschulung fast aller Schüler der Region, die Berufe unserer Branche lernen. Als vielschichtige und große Bildungseinrichtung mit hohem Progressivitätspotential bieten wir die Voraussetzungen für ein norddeutsches Kompetenzzentrum in der Medienmetropole Berlin. Dabei ist eine Zusammenarbeit mit den Schulen in Cottbus und Fürstenwalde und mit den Kammern in Potsdam, Neu-Brandenburg und Halle mehr als selbstverständlich.

6. Was haben die Auszubildenden zukünftig in ihren Berufen zu erwarten?

Die Medienbranche ist eine sich sehr dynamisch entwickelnde Branche. Die Frequenz der Erneuerungen und der Innovationszyklen wird immer schneller. Es ist schwierig,  in diesem Rahmen gesicherte Prognosen über die Zukunft der Medienberufe zu geben. In der Tendenz verschmelzen zum einen verschiedene Medienbereiche wie zum Beispiel Medien des Internets mit den Printmedien. Zum anderen gibt es eine zunehmende Ausdifferenzierung und Spezialisierung innerhalb der Berufe.

Diese vielen Veränderungen in der Branche haben aktuell zur Neuordnung  von sieben Ausbildungsberufen geführt. Das spiegelt die Bezeichnung "Medientechnologe" in den Druck- und Weiterverarbeitungsberufen wider. Das Hauptbetätigungsfeld beispielsweise eines Druckers, dem künftigen "Medientechnologen Druck", ist  immer weniger von mechanischer Maschinenbedienung geprägt  als vielmehr von der Steuerung komplexer Prozess  und der Organisation von Arbeitsabläufen. Ein "Mediengestalter Digital und Print"  wird mit den technischen Entwicklungen im Bereich mobiler Geräte und der Computerspielentwicklung ganz neue Berufsbereiche erschließen. So sind die Berufe der Medienbranche hochgradig zukunftsorientiert.

Die Medienberufe eröffnen vielen  jungen Menschen eine Zukunft auf dem globalen Arbeitsmarkt. Das sehen auch die Berufsverbände der Medienindustrie so. Die Ausbildungszahlen sind stabil und eine große Zahl von ausgebildeten Fachkräften findet eine Beschäftigung im erlernten Beruf. Medienberufe sind Berufe mit Zukunft.

7. Ausblick

Die starke und dynamische Entwicklung des Medienbereiches und die fortschreitende Bedeutung des Medienstandortes Berlin machen eine Erweiterung der Schule durch eine qualitativ hochwertige Ausstattung unabdingbar. Dabei gilt das Leitziel der Nachhaltigkeit als Messlatte für die Investitionen. Eine Überprüfung findet durch die jeweilige Position unserer Schule in der Bildungslandschaft statt. Der gute Ruf unserer Bildungseinrichtung ist kein Status für die Ewigkeit, sondern wird immer neu erarbeitet. Wir überprüfen gesteckte Standards und stellen neue Entwicklungsschwerpunkte in den Fokus – wie wir auch selbst die Überprüfung von außen bestehen. Unser ständiges Entwicklungsziel, die Unterrichtsqualität zu verbessern und in unserem Standard für guten Unterricht nicht nachzulassen, steht im Mittelpunkt der Evaluation durch die Schülerbefragung.

Globalisierung und technologischer Fortschritt sowie die Zunahme der Mobilität wirken sich auf die Entwicklung der Region Berlin-Brandenburg aus und stellen unsere Schüler/-innen vor neue Herausforderungen. Die immer konkreter greifenden Regeln des EU-Arbeitsmarktes verlangen mehr Internationalität und Standardisierung bei den Bildungsabschlüssen. E-Learning ist eine weitere Komponente, die das traditionelle Schuleerlebnis erweitern oder sogar vollständig verändern wird.

Die Lehrerinnen und Lehrer der Ernst-Litfaß-Schule stellen sich diesen Herausforderungen. Wir machen unsere Schüler/-innen fit für ein lebenslanges Lernen und für ihre Zukunft in einem europäischen Arbeitsmarkt. Wir erwarten, dass die Berliner Senatsbildungsverwaltung, unsere Kooperationspartner, Eltern und Freunde uns bei diesem Vorhaben weiterhin unterstützen.

8. Chronik

Von der Gutenberg-Schule, Berlin Kreuzberg über das
OSZ Druck- und Medientechnik zur Ernst-Litfaß-Schule, Berlin-Reinickendorf

  • 1952 Gutenberg-Oberschule, Berlin-Kreuzberg. Berufsschule für das Graphische Gewerbe.
  • 1983 Oberstufenzentrum Drucktechnik, Fortsetzung der Tradition der berufsbildenden Schulen für das grafische Gewerbe bzw. der Druckindustrie, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.
  • Anfang der 90er Jahre: Intergration der Schüler und Lehrer der Berufsschule für die Drucktechnischen Berufe "Rudi Arndt" in das Oberstufenzentrum Druck- und Medientechnik
  • Erweiterung des Bildungsangebotes der Fachoberschule und Berufsfachschule durch berufsvorbereitende Lehrgänge.
  • Erneuerung des Bildungsangebots durch den neu eingeführten Beruf Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien, der alle vorherigen „Berufe vor dem Druck“ (Schriftsetzer, Druck-Vorlagenhersteller und Druckformhersteller) zusammenfasst.
  • 2001 Im Mai fällt im Centre-Bagatelle der Startschuss für eine systematische Schulentwicklung.
  • 2-jährige Fachoberschule.
  • 2002 Mehr Eigenverantwortung durch Personalkostenbudgetierung.
  • Schülerzahl und Lehrerkollegium verdoppeln sich
  • 2003 Teilnahme am Modellversuch eigenständige Schule (MeS) bis 2007. Beginn der Schulprogrammarbeit.
  • 3-jährige Berufsfachschule Assistent für Geovisualisierung.
  • 2004 Das neue Schulgesetz tritt in Kraft. Schulentwicklung und Unterrichtsqualität wird ein politisches Schwerpunktthema.
  • 2005 Das erste Schulprogramm entsteht – ein Leitfaden für die aktuelle Schulentwicklung des OSZ Druck- und Medientechnik.
  • 2006 Namensgebung und -feier "Ernst-Litfaß-Schule".
  • Bildungsgang Berufsoberschule BOS ein- und zweijährig.
  • 2007 Schulinspektion.
  • zweites Schulprogramm.
  • Qualitätsentwicklung an Berufsbildenden Schulen (QEBS) mit Partner RKW bis 2009
  • 2008 Feier zu 25 Jahre OSZ Druck- und Medientechnik.
  • 2009 3-jährige Berufsfachschule Assistent für Medientechnik.
  • Systematisches Unterrichts- und Qualitätsmanagement SUE mit Partner Humboldt-Universität bis 2010
  • 2010 Staatliche Technikerschule Medientechnik
  • 2011 Das dritte Schulprogramm liegt vor
  • 10 Jahre systematische Schulentwicklung