Modernisierung der ELSe mithilfe des Fördermittelprogramms „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW)

Zum Schuljahr 2018/19 wurde an der Ernst-Litfaß-Schule der Übergang von Schule in den Beruf neu ausgerichtet. Ziel dieser Neuausrichtung war es, den Schüler*innen die Chance zu geben, über verschiedene Praktika und das schulische Angebot adäquate auf die spätere betriebliche Ausbildung vorzubereiten. Die bisherige Struktur der berufsvorbereitenden Bildungsgänge (Berufsqualifizierender Lehrgang und die einjährige Berufsfachschule) wurde aufgelöst und in eine einjährige integrierte Berufsausbildungsvorbereitung (IBA) überführt.

Dieser neue Bildungsgang erforderte nicht nur strukturelle Änderungen, sondern vor allem auch eine veränderte räumliche Ausstattung der ELSe. Der Bildungsgang IBA wird seitdem 5-zügig mit einer möglichen Auslastung von insgesamt ca. 130 Schüler*innen pro Jahr geplant. Dadurch entstand der Bedarf nach einer entsprechenden Anzahl neuer Arbeitsplätze in der Berufsvorbereitung. Für die Durchführung haben wir uns verschiedene Schwerpunkte gesetzt, alle mit dem Ziel, die Jugendlichen in einem Schuljahr konkreter auf den Beruf vorzubereiten. Wichtig ist dafür, dass sie und die Lehrenden ihre beruflichen Neigungen erkennen. Wir wollen ihre Stärken fördern und sie unterstützen, sich bewusst zu machen, in welchem Beruf und Berufsfeld sie zukünftig arbeiten möchten. 

Das Berufsfeld der ELSe, die Mediengestaltung und Medientechnologie gehören einer sehr schnelllebigen Branche an und erforderen von jeder*m Schüler*in eine hohe Flexibilität und den Willen, sich auf Veränderungen der Arbeitswelt einstellen zu können. Die beruflichen Inhalte z. B. der Digitalisierung, sind in den letzten Jahren immens gewachsen und für viele Berufe unverzichtbar geworden. Das Berufsfeld an der Ernst-Litfaß-Schule ist sehr weit gefasst, so dass häufig ein umfassender Überblick von außen schwierig ist; erst recht für Jugendliche, die ihre allgemeine Schulausbildung gerade abgeschlossen haben. 

Darum wollen wir den gesamten Workflow der Druck- und Medienbranche alleine und in voller Breite abgebilden. Dazu hat die ELSe in den Lernwerkstätten eine komplette Workflow-Straße eingerichtet (Projektnummer 2.1, 3.1 und 4.1) bzw. einen Teil der vorhandenen Werkstätten auf die neuen Gegebenheiten umgerüstet (Projektnummer 5.1). Dafür wurde ein bisher vorhandenes Lernbüro umgewidmet. Die Schüler*innen sollen dadurch in die Lage versetzt werden, die einzelnen Stationen der Produktion Schritt für Schritt zu durchlaufen. Damit können sie die einzelnen Phasen nachvollziehen und sich dadurch auf die Lebenswelt in den Betrieben vorbereiten.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, den Schüler*innen zu helfen, sich ihrer Stärken bewusst zu werden, um ihre Fähigkeiten in den gesamten Workflow einbringen zu können. So schulen wir Teamarbeit, präzises Arbeiten und die Kommunikation mit anderen Gewerken. Dazu mussten fünf Klassenräume in Kursräume umgerüstet werden (Projektnummer 1.1). Die Schüler*innen sollen hier die Möglichkeit haben, im Team die Arbeitsschritte zu planen und aufeinander abzustimmen. Dazu benötigten wir flexible Gruppentische und die Möglichkeit, sich für ungestörte Absprachen im Team zurückziehen zu können. Außerdem müssen Kunden- und Beratungsgespräche vorbereitet, geübt und in Form von Präsentationen durchgeführt werden. Als Präsentationsmedium hat sich das Smartboard bei uns an der Schule als Standard herausgestellt. Darum wurden diese in den Klassenräumen benötigt. 

Die Lehrer*innen und der Sozialarbeiter sind für die Jugendlichen nicht nur Lehrbeauftragte, sondern besitzen auch Beratungs- und Vertrauensfunktion.  Ein wichtiges pädagogisches Mittel ist die Möglichkeit, auf verschiedenen Ebenen Gespräche führen zu können. Wir planten verschiedene Rückzugsmöglichkeiten für solche Gespräche. Daher war ein weiteres Ziel, einen Schülerruheraum einzurichten, indem sich die Schüler*innen und Kolleg*innen in einer persönlichen Atmosphäre für Gespräche zurückziehen können (Projektnummer 8.1).

Einen weiteren Schwerpunkt wollten wir hinsichtlich der Vermittlung persönlichkeitsformender Kompetenzen setzen.  Unternehmen haben verschiedene Erwartungen an ihre zukünftigen Azubis und spätere Kolleg*innen. Am Ende sollen sie in der Lage sein, u.a. in unserer multikulturellen Gesellschaft auch in heterogenen Gruppen und sozialen Rangordnungen mitzuarbeiten und zu agieren, auch wenn deren Mitglieder aus verschiedenen sozialen und gegensätzlichen Verhältnissen stammen. Neben anderen Sportformen und Lernsituationen haben sich die verantwortlichen Lehrkräfte des Fachbereichs Sport dazu entschlossen, die Sportart Klettern mit in die Ausbildung aufzunehmen. Klettern bietet die Möglichkeiten die Schüler*innen auf vielfältigste Ebenen anzusprechen, sie zu fördern und idealerweise auf die geschilderten Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten (Projektnummer 6.1). 

Grundlagen unserer Planungen waren zum einen die verschiedenen Rahmenlehrpläne der anstehenden Gewerke und der vorläufige Rahmenlehrplan für die Integrierte Berufsausbildung, der nun im Jahr 2021 final veröffentlicht wurde und hervorragend zu unserem Konzept passt! Wir danken dem Fördermittelprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) herzlich für die Hilfe in der Umsetzung unserer Pläne. Wie sich nun nach dem Ende der Modernisierungsmaßnahmen zeigt, arbeiten die Schüler*innen in der integrierten Berufsausbildungsvorbereitung unter den besten Bedingungen und wissen die Ausstattung und Möglichkeiten an der ELSe sehr zu schätzen!

     

     

     

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